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Bierpong: Ist der geliebte Trinksport gesetzeswidrig?

Bierpong erfreut sich einer immer größeren Fangemeinde, wobei sich die Regeln von Wohnzimmer zu Wohnzimmer oder von Event zu Event unterscheiden. Die offiziellen Beerpongbar Regeln findet ihr deshalb hier, aber die Frage, die nun im Raum steht: Ist Bierpong mit dem Biergesetz zu vereinbaren?

Die deutsche Nationalmannshcaft folgt dem Reinheitsgebot

Wir haben unsere liebste Sportart vor dem Hintergrund des Biergesetzbuches [BGB] analysiert. Die Kiez Beerpongbar auf der Hamburger Reeperbahn hat Besorgnis bezüglich der rechtlichen Konformität und um bierjuristische Beirat gebeten. Hannes und Bene, die Autoren des Biergesetzes, führen im Folgenden die Prüfung durch, ob die beliebte Trinksportart im grünen Licht der Rechtsordnung steht.

§ 4 Abs. 2 BGB – Sittengesetz: „Es ist ein Akt guter Sitte, sich stets so zu verhalten, dass das eigene Verhalten einen positiven Einfluss auf das Gesamtwohl der Gesellschaft hat.“

Beerpongbar: „Sportsgeist, Fairness und Spaß an der Sache! Trotz allem Wettbewerb und der dadurch entstehenden Konkurrenz darf die Liebe zum Spiel nie in den Hintergrund geraten. Daher wird in der Beerpongbar schädliches Verhalten direkt mit dem Ausschluss bestraft.“

§ 5 Abs. 3c BGB – Grobes Fehlverhalten: „Wer während des Konsums den Anschein erweckt, Bier zu gefährden, ist umgehend vom Umtrunksort zu entfernen.“

Beerpongbar: „Gem. § 6 Abs. 3g BGB ist das absichtliche Verschütten des Hopfensaftes nicht nur ein grobes Fehlverhalten im Sinne des § 5 BGB, sondern sogar fahrlässige Bierquälerei. Die Beerpongbar vertritt die Werte des Biergesetzes in aller Deutlichkeit und verpflichtet sich dazu, die durch Verschüttung gequälte Menge Bier auf ein unvermeidbares Minimum zu beschränken.“

§ 8 BGB – Anlässe: Das Biergesetz stellt klar, dass es keinesfalls eines besonderen Anlasses oder Grund bedarf, um sich im Kreise seiner Liebsten mal gehörig die Synapsen durchzuhefen. Wer den Drang hat literweise Bier genussfertigen zu wollen, der soll sich dem auch hingeben.

Beerpongbar: „Trotzdem bieten ein bis achtzehn Runden Beerpong natürlich das Potenzial als Rechtfertigung angebracht zu werden. Schließlich ist es ein sportlicher Wettbewerb und wer sagt, dass er ein Bierpongturnier spielen geht, hat schon Mal ein paar richtige Entscheidungen im Leben getroffen. Hey, es gibt sogar eine Weltmeisterschaft! Vielleicht kommst du hier endlich ganz groß raus! Es wirkt vermutlich jedenfalls besser eine Aktivität zu haben, anstatt sich sinnlos gelangweilt auf dem Sofa einen reinzuorgeln.“

§ 16 BGB – Bier bestellen im Inland: „Der ordernde Part der feierlichen Bierbestellung hat sich gegenüber dem örtlichen Tresenwesen stets äußerst respektvoll zu verhalten.“

Beerpongbar: „Grobe Bierquälerei, unangebrachtes Verhalten, Beleidigungen oder übergriffige Handlungen werden in unserer Community nicht geduldet. Gem. § 7 Abs. 6h BGB wird der Übeltäter zunächst hüfthoch abgegrätscht und dann der Lokalität verwiesen.“

§ 23 BGB – Beer-Life Balance: “Für ein glückliches und erfülltes Leben ist auf ein gesundes Gleichgewicht zwischen Hopfen und übriger Existenz zu achten.“

Beerpongbar: „Die Bierpongbar ist nicht nur ein Ort der persönlichen Zerstreuung und der gesellschaftlichen Zusammenkunft, sondern natürlich auch eine Einrichtung mit sozialer Verantwortung. Die Beer-Life Balance (§ 23 BGB) der Mitarbeiter liegt ihnen dabei besonders am Herzen, weshalb sich die gesamte Crew einmal im Monat zu einem internen Bierpong Turnier verabredet. Die Verlierer müssen sauber machen, klare Sache!“

§ 33 BGB – Reinheitsgebot: „Dem Reinheitsgebot [1516] ist unter allen Umständen Folge zu leisten.“

§ 34 BGB – Inhaltsstoffe: „Die mutwillige Verunreinigung von Bier ist zwingend gem. § 7 Abs. 6a-j BGB zu bestrafen. Folgende Formen der potenziellen Verunreinigung sind zu unterbinden:

(a) Zugeben von Limonade.
(b) Mischen mit Wasser bzw. Eiswürfeln.
(c) Speichel (Ausnahme: als Strafe).
(d) Abäschern einer Zigarette.
(e) Das Mixen unterschiedlicher Biersorten.“

Beerpongbar: „Natürlich wird bei uns nur bestes SPATEN Hell ausgeschenkt, treu nach Reinheitsgebot gebraut und perfekt temperiert serviert. Mutwillige Verunreinigung von Hopfentorpedos und Bierquälerei hat bei uns keine Chance. Denn lass Dir raten, trinke Spaten!“

§ 79 BGB – Öffnen von Flaschenbier: „Die Verwendung eines speziell für dieses Problem hergestellten Öffners ist zu unterlassen. Dieses Verfahren vermittelt ein amateurhaftes Verhalten.“

Flaschenöffner? Wie unprofessionell! Bei uns kommt alles frisch gezapft direkt aus dem Fass, da muss sich keiner so blamieren.

Ungeöffnetes Bier und Feuerzeug

§ 87 BGB – Partyraucher: „Partyraucher sind anhand folgender konkreter Merkmale zu identifizieren:

(a) Keine eigenen Zigaretten im Besitz.
(b) Stängel zu weit im Mund.
(c) Spontane Magenentleerung nach dem dritten Zug.
(d) Raucht nur dann, wenn andere rauchen.
(e) Mehrfache, ungefragte Wiederholung, dass er/sie normalerweise nicht raucht.“

Beerpongbar: „Wir sind sehr stolz auf unsere Dachterrasse mit Blick auf die besten Seiten der Reeperbahn. Deutschlands erste Beerpongbar liegt in der Mitte des Geschehens und in unmittelbarer Nähe zu anderen Locations. Partyraucher und begeisterte People-Watcher kommen somit voll auf ihre Kosten.“

§ 99 BGB – Frontale Magenentleerung: „Wer nicht kotzt, der säuft nicht am Limit“

Beerpongbar: „Bitte versucht die Toiletten aufzusuchen!“ Verweis auf § 99 Abs. 2c BGB „Wird das Eigentum des Gastgebers oder einer dritten Person beschmutzt, so ist der Spökes vom Verursacher unmittelbar aufzulecken.“

Sonnenuntergang in Porto mit kühlem Bier
§ 102 BGB – Heimweg:„Der Heimweg ist elementarer Bestandteil des Ausgehexzesses und prägend für den Gesamterfolg eines Abends. Unabhängig ob er zu Fuß, zu Motor oder zu Pferd beschritten wird, ist die richtige Herangehensweise von Bedeutung, um die Laune auf einem Hoch zu halten.“

Beerpongbar: “DON’T DRINK AND DRIVE! Nachdem du erst ausgiebig vom Hopfen genascht hast, solltest du nicht mehr aktiv am (Straßen-) Verkehr teilnehmen. Lass dich abholen, nimm die Bahn oder finde jemanden, der dich nach Hause trägt. Hauptsache du kommst gesund nach Hause!“

§ 126 BGB – Verhalten an öffentlichen Orten: Der Umtrunk im öffentlichen Raum weicht von dem im privaten ab, da hier in der Regel mehr Fremde herumlaufen als zuhause. Gegenüber diesen ist insbesondere Wert auf einen gewissen Grundrespekt zu legen. Die Sicherstellung eines friedlichen und freundlichen Hopfenmassakers sollte als gemeinsames, übergeordnetes Ziel definiert werden.

Beerpongbar: „Bei uns findest du Singles mit und ohne Niveau, denn alle 10 Würfe verliebt sich ein Single in der Beerpongbar! Mit zunehmendem Hopfengenuss wirst du die Hemmungen langsam aber sicher fallen lassen. In vertrauter und angenehmer Atmosphäre kannst du die Person deines Interesses zu einer Runde Beerpong herauszufordern.

Fazit

Habt Spaß, gebt ordentlich Gas, lasst viel Flüssiggold die Kehle hinunterlaufen und der Sieg wird euch gehören! Falls die Performance nicht so sitzt, bist du immerhin der Sieger der Hopfen! Wichtig ist vor allem auf einen respektvollen und fairen Umgang zu achten und möglichst wenig Bölkstoff zu verschütten. Wenn du das Biergesetz im Hinterkopf hast, wirst du notfalls auch auf anderen Wegen zu deinem Spaß finden.

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